Calcium und Vitamin D führen zu einer reduzierten Nahrungsaufnahme
In einer Pilot-Studie an übergewichtigen Frauen ergaben sich erstmals deutliche Hinweise, dass ein hohes Calcium- und Vitamin-D-Angebot zum Frühstück die Energieaufnahme in den nachfolgenden Mahlzeiten reduziert. Die hohe Calcium- und Vitamin-D-Zufuhr erhöhte die Fettverbrennung und die Wärmebildung, die sich durch die Verstoffwechselung der zugeführten Nahrung ergibt (Diät-induzierte Thermogenese). Das hohe Calcium- und Vitamin-D-Angebot scheint zudem das Sättigungsintervall zwischen den Mahlzeiten zu verlängern.
Literatur:
Chan She Ping-Delflos W, Soares M. Diet induced thermogenesis, fat oxidation and food intake following sequential meals: Influence of calcium and vitamin D. Clin Nutr. 2011 Jan 26. [Epub ahead of print]

Essigzusatz zu den Mahlzeiten erhöht die Sättigung
Die Ergebnisse dieser Studie zeigen eine klare Dosis-Wirkungsbeziehung von zusätzlich zu einer Brotmahlzeit aufgenommenen Essig. Je höher die Essigaufnahme, desto ausgeprägter das Sättigungsgefühl und um so niedriger die Glucose- und Insulinspiegel im Blut.
Quelle: Ostman E, Granfeldt Y, Persson L, Björck I. Vinegar supplementation lowers glucose and insulin responses and increases satiety after a bread meal in healthy subjects. Eur J Clin Nutr. 2005 Sep;59(9):983-8.
Mettler S, Schwarz I, Colombani PC.Additive postprandial blood glucose-attenuating and satiety-enhancing effect of cinnamon and acetic acid. Nutr Res. 2009 Oct;29(10):723-7.


Ernährung und Lebenserwartung

Molkeprotein wirkt besonders sättigend
Molkeprotein hat einen stärker sättigenden Effekt als Protein aus Putenfleisch, Thunfisch oder Hühnereiern. Molkeprotein vermindert im Vergleich zu den anderen Proteinmahlzeiten die Energieaufnahme in der nachfolgenden Mahlzeit wahrscheinlich über einen Appetit-supprimierenden Effekt.
Quelle: Pal S, Ellis V. Br J Nutr. 2010 May 11:1-8 (Epub ahead of print)

Hülsenfrüchte wirken nicht kurzfristig auf das Sättigungsgefühl
Der häufige Genuss von Bohnen ist mit einem geringeren Adipositas-Risiko assoziiert, ohne dass der Wirkmechanismus bekannt ist. Den Ergebnissen dieser Studie zufolge haben Hülsenfrüchte (z.B. weiße Bohnen) keinen kurzfristig positiven Effekt auf die Sättigung. Probanden, die weiße Bohnen gegessen hatten, nahmen in der nachfolgenden Mahlzeit genau so viel Kalorien zu sich, wie Personen in der Kontrollgruppe.
Quelle: Wong CL et al. J Am Coll Nutr. 2009 Oct;28(5):543-52

MCT-Fette wirken nicht stärker sättigend
Fette mit unterschiedlicher Länge der Fettsäureeinheiten haben keine unterschiedliche Wirkung auf das Sättigungsgefühl. MCT-Fette (Fette aus mittelkettigen Triglyceriden) sind den Ergebnissen dieser Studie zufolge nicht stärker sättigend als langkettige oder extrem kurzkettige Fettsäuren.
Quelle: Poppitt SD et al. Physiol Behav. 2010 May 6 (Epub ahead of print)

Folsäure kann Schlaganfälle nicht verhindern
Die Daten einer Metaanalyse zeigen, dass eine Folsäuregabe zur
Vorbeugung eines ischämischen Schlaganfalls nicht geeignet ist.
Literatur: Wang X, Qin X, et al. Efficacy of folic acid supplementation in stroke prevention: a meta-analysis. Lancet. 2007 Jun 2;369(9576):1876-82. Review.

Nächtliche Beleuchtung erhöht das Risiko für eine Gewichtszunahme
Eine schwache, aber konstante Beleuchtung in der Nacht hat Einfluss auf das Körpergewicht. Wer nachts ein nicht ganz abgedunkeltes Schlafzimmer bevorzugt oder noch spät am Computer arbeitet läuft Gefahr gegen die innere Uhr zu essen, was sehr viel schneller zu Übergewicht führen kann. Erste tierexperimentelle Untersuchungen zeigen, dass bereits nach vier Wochen die Tiere, die in Dämmerlicht gehalten wurden gut die Hälfte mehr an Körpergewicht zunahmen als die Kontrolltiere, die mit 16 Stunden Licht und 8 Stunden Dunkelheit lebten. Dämmerlicht scheint den Appetit zu erhöhen.
Literatur: Laura K. Fonken, Joanna L. et al. Light at night increases body mass by shifting the time of food intake PNAS published ahead of print October 11, 2010, doi:10.1073/pnas.1008734107
Mahlzeit oder Snack – wann wird Essen als vollwertige Mahlzeit empfunden?
Ein Snack wird um so eher als eigenständige Mahlzeit wahrgenommen, wenn das Essen im Sitzen und auf Tellern angerichtet genossen wird. Auch die Vorbereitungszeit für die Mahlzeit spielt eine Rolle, je länger vorbereitet wird, desto eher wird das Essen als vollständige Mahlzeit wahrgenommen. Auch die Anwesenheit von Freunden oder der Familie scheint wichtig, um dem Essen den Charakter einer Hauptmahlzeit zu verleihen.
Umgekehrt signalisiert eine kurzes Essen - auch von großen Kalorienmengen, im Stehen und direkt aus der Verpackung - dem Körper: Hier gibt es nur eine Zwischenmahlzeit. Entsprechend früher stellt sich erneut Hunger und Appetit ein mit dem Risiko einer langfristigen Gewichtszunahme.
Literatur: Wansink B., Payne CR. et al. Is this a meal or snack? Situational cues that drive perceptions. Appetite 2010 Feb;54(1):214-6

Selen schützt nicht vor Diabetes
In einer Langzeituntersuchung wurde bei 1202 Patienten geprüft, ob die tägliche Gabe von 200 µg Selen die Häufigkeit des Auftretens eines Diabetes mellitus Typ 2 vermindert. Nach 7 Jahren zeigte sich in der Selengruppe überraschend sogar ein geringfügig höheres Risiko an einem Diabetes mellitus zu erkranken (9,7 vs. 6,5 %). Eine weitere epidemiologische Studie (NHANES) stützt diese Befunde: Demnach sind hohe Selen-Blutspiegel mit einem erhöhten Diabetes-Risiko und mit höheren Nüchtern-Blutzuckerspiegeln assoziiert.
Literatur: Laclaustra M., Navas-Acien A. et al. Serum Selenium Concentrations and Diabetes in U.S. Adults: National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) 2003–2004. Environ Health Perspect. 2009 September; 117(9): 1409–1413.

Resveratrol vermindert die Gewichtszunahme
Erste tierexperimentelle Untersuchungen legen nahe, dass Resveratrol, ein Wirkstoff, der natürlicherweise z. B. in Weintrauben vorkommt, eine wichtige Rolle bei der Stabilisierung des Körpergewichts zukommt. Eine tägliche Aufnahme von Resveratrol über 4 Wochen schützt den Untersuchungen zufolge vor einer durch hohen Fettkonsum verursachten Körpergewichtszunahme. In der Studie wurde u. a. beobachtet, dass sich die Energieaufnahme unter Resveratrol um 13 Prozent reduzierte und während der Ruhe-Energieumsatz um 29 Prozent anstieg. Die Autoren vermuten als Wirkmechanismus einen direkten Einfluss von Resveratrol auf verschiedene Sättigungshormone.
Literatur: Dal-Pan A, Blanc S. et al. Resveratrol suppresses body mass gain in a seasonal non-human primate model of obesity. BMC Physiol. 2010 Jun 22;10(1):11
Tryptophan-Mangel verstärkt das Hungergefühl
In einer Untersuchung an 38 gesunden Frauen gelang der Nachweis, dass eine durch diätetischen Maßnahmen verursachter Tryptophanmangel zu einem verstärkten Hungergefühl beiträgt. Aus vorangehenden Studien war bereits bekannt das Tryptophan als Vorläufersubstanz des Neurotransmitters Serotonin eine bedeutsame Rolle bei der Regulation von Hunger, Appetit und Sättigung zukommt.
Literatur: Rieber N, Mischler D. et al. Neurogastroentrol Motil. 2010 Jul;22(7):752-7, e220.

Ballaststoffe kurzfristig ohne Effekt auf Sättigung und Energiezufuhr
In einer doppelblinden Crossover-Studie an 20 gesunden Erwachsenen wurde geprüft, ob steigende Mengen an Ballaststoffen das Sättigungsgefühl beeinflussen und die nachfolgende Nahrungsaufnahme reduzieren. Das Ergebnis zeigte, dass sich in den folgenden 3 Stunden das Hungergefühl nach 12 Gramm Ballastoffen zu einer Zwischenmahlzeit nicht wesentlich vom Hungergefühl ohne zusätzliche Ballaststoffgabe unterschied. Auch die Energieaufnahme in der nachfolgenden Mahlzeit blieb unbeeinflusst von der Ballaststoffgabe. Auffällig war allerdings, dass die gleichzeitig im Blut gemessenen Sättigungshormone eine positive Wirkung der Ballaststoffgabe anzeigten. Diese Ergebnisse bestätigen ältere Befunde, nach denen die Ballaststoffe eher einen verzögerten Effekt auf das Sättigungsgefühl aufweisen, der häufig erst nach 8 bis 12 Stunden zum Tragen kommt (Second-Meal-Effect).
Literatur: Willis HJ, Thomas W. Eldridge AL. et al. Food Nutr Res. 2010 Jun 29:54